Do 28 Okt 2010
Entzündungen wegspülen
Abgelegt unter Gesundheit , Paroex Mundspülung , Zahngesundheit : Autor Achim-Andreas : Kommentare deaktiviertManche haben es irgendwie immer. Manche nur, wenn sie ohnehin schon gesundheitlich angeschlagen sind. Oder schwanger. Oder nach kleineren Verletzungen. Die Rede ist von Zahnfleischbluten.
Natürlich sollte jeder, der regelmäßig unter entzündetem oder sogar blutendem Zahnfleisch leidet, unbedingt seinen Zahnarzt aufsuchen, um die Ursache dafür zu ergründen. Wer nämlich Parodontose hat und diese nicht vernünftig behandeln lässt, der kann sich darauf einstellen, dass die Zähne früher als erwartet zu wackeln beginnen. Und wer will schon mit 40 zum Gebissträger werden? Aha. Wenn jedoch sicher ist, dass keine ernsthafte Erkrankung vorliegt, ist es schön, wenn man etwas in der Hausapotheke stehen hat, womit man für Ruhe sorgen kann, wenn es denn mal wieder soweit ist.
In meinem Fall ist das Gebiss leider eine der gesundheitlichen Hauptbaustellen, mit denen ich so zu kämpfen habe. Und wenn gerade alles erledigt ist, was zu ziehen, zu bohren, zu füllen oder zu implantieren war, sodass mein alljährlicher Zahnarztmarathon vorerst beendet ist – dann kriege ich garantiert irgendwann Zahnfleischprobleme. Ich bin erkältet – Zahnfleischentzündung. Ich bin eine Woche im Urlaub oder irgendwo zu Besuch, wo das Essen irgendwie ungewohnt ist – Zahnfleischentzündung. Der seit Jahren insgeheim angehimmelte Mann meiner Träume nimmt endlich von mir Notiz und lädt mich zum romantischen Apfelpicknick ein – Zahnfleischentzündung. Eines der drei Szenarien war übrigens fiktiv, aber ich sage nicht, welches.
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Mein Zahnarzt drehte mir aus diesem Grund vor einiger Zeit eine antibaktierelle Mundspülung an, und zwar die “Paroex alkoholfreie Chlorhexidin-Mundspülung 0,12 %” von Sunstar. Dies ist keine Spülung, die man regelmäßig über einen längeren Zeitraum nehmen soll, sondern eine, die speziell für den Einsatz bei Beschwerden mit dem Zahnfleisch gedacht ist. Auf Dauer soll man Chlorhexidin nicht anwenden, denn es verzögert Wundheilung und stört die Geschmacksempfindung. Außerdem verfärbt das Zeug bei Daueranwendung die Zähne – wurde mir zumindest gesagt, habe ich aber im Selbsttest nicht festgestellt.
Wenn das Zahnfleisch also schmerzt, kann man ein paar Tage lang morgens und abends nach dem Zähneputzen den Mund mit 10 mL Paroex ausspülen. Laut Packungsbeilage 30 Sekunden lang, danach ausspucken, auf keinen Fall schlucken, aber auch nicht mit Wasser nachspülen. Das ist erstmal irgendwie unangenehm, weil der Geschmack zwar nicht völlig schlecht aber doch recht penetrant ist und eine ganze Weile im Mund verbleibt. Nach ein paar Tagen sollte sich die Sache mit dem entzündeten Zahnfleisch dann erledigt haben – wenn nicht, bleibt einem der Weg zum Zahnarzt wohl doch nicht erspart.
Die 300 mL-Flasche reicht für 30 Anwendungen und kostet, je nach Bezugsquelle, um die 5 Euro. Kommen wir zu unserem allgemeinen Lieblingsthema, den Inhaltsstoffen:
- Wasser
- Propylenglycol (Lösungsmittel)
- Glycerin
- PEG-40 Hydrogenated Castor Oil (Emulgator / Lösungsvermittler)
- Chlorhexidindigluconat (der eigentliche Wirkstoff; tötet Bakterien)
- Aroma
- Acesulfam-K (Süßstoff)
- CI 14720 (auch E 122, rote Lebensmittelfarbe; da in einem Medikament kriegt das von mir den Überflüssigkeitspreis des Monats)
- Methylparaben (Konservierungsmittel)
- Probylparaben (ebenso)
- Limonen (riecht gut)
Naja – was Bakterien tötet, ist nun mal in aller Regel entweder ein Schimmelpilz oder die blanke Chemie. Soll mir recht sein, denn es wirkt tatsächlich gut. Ich habe es lange nicht mehr anwenden müssen, und ich bin mir auch nicht sicher, wie lange man die bereits geöffnete Flasche noch verwenden sollte – die fünf Euro waren jedenfalls gut angelegt, denn nach wenigen Tagen gurgeln kann man monatelang in grüne Äpfel beißen, ohne das hinterher zu bereuen. Dafür vergebe ich gerne fünf Einkaufstüten.![]()