Do 3 Feb 2011
Bannerwerbung im Internet – ein Blick hinter die Kulissen
Abgelegt unter Bannerwerbung im Internet , Bücher , Internet : Autor Ela : [4] KommentareEin echter Glücksgriff ist es für einen Akademiker wohl, wenn man nicht nur eine gute wissenschaftliche Arbeit schreibt, sondern diese auch noch so interessant ist, dass man damit auch außerhalb der Uni noch Leute erreicht. So geschehen zum Beispiel beim Studenten Jan Moritz Gause, der mit einer Facharbeit ein durchaus interessantes Werk auf die Beine gestellt hat.
Bannerwerbung im Internet
Die meisten Menschen, die eine Webseite betreiben, um damit Geld zu verdienen, beschäftigen sich irgendwann mit Bannern. ShopChop bildet da ebenso wenig eine Ausnahme wie große Portale von der Telekom oder dem Spiegel Verlag. Allerdings kann man mit Bannern nicht nur Geld verdienen, sondern auch eine ganze Menge Mist machen. Man denke da nur an sogenannte Layer, die sich einem einfach über den Monitor schieben, sobald man eine Webseite aufruft. Und statt dass man diese Werbung einfach wegklicken kann, öffnet sich beim Schließen des Layers auch noch ein neues Fenster. Eine effektive Methode, um Nutzer zu vergraulen, aber sicher nichts, womit sich langfristig und seriös Geld verdienen lässt.
Es gehört also einiges an Geschick und Einfühlungsvermögen dazu, Bannerwerbung so zu gestalten, dass sie die Nutzer nicht vergrault und trotzdem für Einnahmen sorgt. Und genau das hat sich der Autor Jan Möritz Gause in seinem Buch “Bannerwerbung im Internet – Tipps für Praxis und Forschung” zu eigen gemacht.
Auf insgesamt 103 Seiten erfährt man als Leser alles, was mit Bannerwerbung zu tun hat. Hier geht es nicht nur um “Wie mache ich am besten Einnahmen?”, sondern auch darum, welche Fehler man wie vermeiden kann. Außerdem, und dafür gibt es von mir auch direkt einen Pluspunkt, werden die ganzen Fachbegriffe sehr ausführlich erklärt. Eigentlich sollte man ja meinen, dass Begriffe wie CPC, Layer, PageView und Co. in einer Facharbeit keine nähere Erklärung finden, während populärwissenschaftliche Bücher (also die klassischen Sachbücher) das für den Laien bis ins letzte Detail wiederkäuen. Meistens ist aber genau das Gegenteil der Fall. Und so kann sich auch der Anfänger in diesem Buch darüber freuen, dass ihm endlich einmal jemand erzählt, was genau beispielsweise eine AdImpression ist und warum es so wichtig ist, dass man diesen Wert kennt.
Die Kapitel im Überblick
Bevor es ans Eingemachte geht, werden erst einmal die Grundlagen der Bannerwerbung vorgestellt. Denn wie in so vielen Dingen heißt es auch hier: Wer die Basis nicht kennt, der braucht sich mit den Details gar nicht erst beschäftigen. Es würde eh in die Hose gehen. Erst einmal werden also unterschiedliche Fachbegriffe ausführlich erläutert, die Unterschiede zwischen einzelnen Bannern und ihren Formaten veranschaulicht und erklärt, wie sich die Wirksamkeit eines Banners messen lässt (und hier geht es schon tief in die Materie, wer mit Bannern arbeitet, der muss nämlich auch wissen, welche Banner effektiv sind und welche nicht).
Für den Webmaster nicht unbedingt lebensnotwendig, aber sicherlich dennoch interessant, ist auch das kurze Kapitel über die aktuelle, wissenschaftliche Diskussion über Bannerwerbung. Da das Thema ein wenig neuer ist als beispielsweise Forschungen über das Nibelungenlied ist, wird das Kapitel auf zwei Seiten übersichtlich abgehandelt. Wer mehr über das Thema wissen möchte, der erhält aber genügend Hinweise auf weitere Publikationen – so, wie sich das für eine Facharbeit gehört.
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Nachdem wir den einführenden Bereich abgehakt haben, werden die einzlnen Bannerarten genauestens unter die Lupe genommen. Zuerst erläutert Gause, welche Klickraten bei welcher Art von Banner statistisch gesehen üblich sind (wer darunter liegt, hat also irgendetwas falsch gemacht). Anschließend untersucht er die Kannibalisierung bei einzelnen Bannern. Nein, die essen sich nicht gegenseitig
Es ist allerdings nahe dran. Thema der folgenden Beurteilungen ist nämlich, wie es sich auswirkt, wenn man nicht nur ein Banner auf einer Seite verwendet, sondern gleich mehrere. Sie klauen sich sozusagen gegenseitig die Klicks. Gerade dieses sehr umfangreiche (und die Arbeit ja eigentlich auch ausmachende) Kapitel kann man jedem Webmaster nur ans Herz legen. Die ganze Seite mit Bannern zuzupflastern ist eben doch nicht immer der richtige Weg.
Nach einer Zusammenfassung der Ergebnisse erhält man als Leser dann noch einige praktische Tipps für die Praxis. In meinen Augen ergeben die sich teilweise zwar auch schon aus den vorherigen Kapiteln, aber es soll ja Leute geben, die nicht alles lesen müssen und auch nicht den Anspruch erheben, alles zu verstehen, was sie da tun.
Mein Fazit
Bei dem Buch “Bannerwerbung im Internet” handelt es sich um eine wissenschaftliche Arbeit. Das sollte jedem klar sein, der dieses Buch kaufen möchte, denn wissenschaftliche Arbeiten unterscheiden sich von normaler Literatur. Nein, es muss jetzt keiner Angst haben, dass er mit Fachwörtern niedergeschlagen wird. Die Sprache im Buch ist leicht verständlich und so sollten die Ausführungen eigentlich auch leicht nachzuvollziehen sein – auch ohne Hochschulstudium. Lediglich auf den einen oder anderen Leser mag es verwirrend wirken, dass zwischendurch immer wieder in Klammern auf andere Arbeiten verwiesen wird. Das mag den Lesefluss stören, ist bei einer Facharbeit aber normal. Ich selbst habe mir schon in der Uni angewöhnt, diese ganzen Einschübe zu überlesen, beziehungsweise nur zu berücksichtigen, wenn ich weitere Informationen haben wollte.
Das Buch packt das Thema der Bannerwerbung von einer ganz anderen Seite an. Man erhält hier keine Schritt für Schritt Anleitung, wie man die perfekte Werbung gestaltet. Es geht vielmehr darum, ein Grundverständnis für die Erfolgs- und Misserfolgskriterien bei der Bannerwerbung zu entwickeln und an Hand dieser Kriterien die Werbung seiner Webseite zu gestalten.
Was soll ich noch sagen? Vier Einkaufstüten gibt es für das Buch, weil es sehr informativ ist, aber die wissenschaftliche Sprache für den einen oder anderen gewöhnungsbedürftig sein könnte. Und jetzt halte ich mich hier nicht länger auf. Ich muss nämlich dringend mein Bannerkonzept überdenken :
)
Februar 6th, 2011 at 13:31
Klingt sehr interessant, das werde ich mal im Hinterkopf behalten. An das Thema Bannerwerbung habe ich mich bis jetzt noch nicht getraut. Liegt wohl daran, dass mich persönlich Banner sehr nerven und beim Lesen stören (z.B. bei Spiegel Online). Andererseits bezahlt sich das Hosting nicht von allein…
Februar 6th, 2011 at 16:07
Wie viel du mit Bannern verdienen kannst, hängt stark davon ab, wie viele Besucher deine Seite hat. Bei 100 am Tag klicken vielleicht 5 das Banner und 1 kauft was. Eher noch weniger
Die Wahrscheinlichkeit, mit Adsense Geld zu verdienen, ist da schon höher, weil das Klicken reicht und kein Kauf notwendig ist (dafür bekommt man aber auch viel weniger). Probier doch einfach beides mal aus
Februar 6th, 2011 at 18:06
Stimmt, bei der Größenordnung meines Blogs bin ich mit Adsense erstmal besser beraten. Noch…
Februar 6th, 2011 at 20:36
Das denke ich auch. Zumal es für Zahnkram wohl nicht allzu viele Partnerprogramme gibt, die du nutzen könntest. Zusatzversicherungen vielleicht. Wichtig ist ja, dass die Werbung zu deinem Blog passt.